Undine

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  1. Einer meiner ersten Artikel hier drehte sich um die Sonne-Neptun-Konstellation. Wenn ich jetzt, ein Jahr später, nur auf die Überschrift dieses Artikels blicke, bin ich schon sehr erstaunt. Wie zutreffend, im Rückblick auf das, was das letzte Jahr über in meinem Leben so alles geschehen ist. Und das Lebensgefühl, das ich großteils hatte, ist das, was ich in diesem, vergangenen Artikel “Identitätskrise” nenne. Im aktuellen Solar (Jahreshoroskop), das immer noch bis zu meinem Geburtstag gilt, steht die Sonne in Haus 12, wie in meinem Geburtshoroskop. Also ein Sonne-Neptun-Thema dieses Jahr, verstärkt. Es ist ohnehin immer da, durch meinen Sonnenstand und die Sonne-Neptun-Opposition in meinem Horoskop. Die ewige Suche Mir sind heute noch spontan einige Bilder in den Sinn gekommen, die die Thematik von Sonne-Neptun beschreiben: die ewige Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Es ist die Suche nach dem Leben, nach der eigenen Lebendigkeit, der je eigenen Ausdrucksweise, wie im vergangenen Artikel beschrieben. Es ist aber auch, und das ist oft die konkrete Auswirkung davon, das Suchen des Ortes, der Gemeinschaft, dem Platz, an dem man sich zuhause und zugehörig fühlt. Vorwegnehmend kann ich schon sagen, dass das Ganze natürlich darauf hinausläuft, eben nirgends richtig “daheim” zu sein. Oder besser: Überall und nirgends. Sonne-Neptun -Menschen haben etwas Ungreifbares an sich: Anpassungsfähig und veränderlich, fügen sie sich schnell in (oft auch ungeeignete) Strukturen ein. Chamäleonartig. Bis wieder die Erkenntnis kommt: Und hier gehöre ich wieder nicht hin. Wieder Heimat- und Orientierungslosigkeit. Und wieder die Suche nach den nächsten sich bietenden Strukturen, in die sich die ratlose Neptun-Sonne hineinbegeben kann. Ein ewiger Teufelskreis? Die Gefahr ist sicher groß. Das einzige, was diese Angst (und es ist immer eine tiefsitzende Lebensangst, die den Sonne-Neptun-Menschen in die ewig-aussichtslose Suche treibt) lösen kann, ist der Weg in die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Es sind gerade Menschen mit diesen Veranlagungen, und hier spreche ich ganz einfach auch von mir persönlich, deren wichtigste Aufgabe im Leben zu sein scheint, wirklich aus sich selbst etwas ins Leben zu bringen, und das nicht im Aussen, im Vorgegebenen zu suchen. Ich brauche mich nicht einzufügen, ich brauche auch nirgends “dazugehören” – wenn ich in klaren Momenten diese Erkenntnis vor mir sehe, ist das wie ein Aufatmen. Etwas Besonderes sein? Letzte Woche habe ich meine Mutter darauf angesprochen, dass ich immer wieder in Situationen, öfter noch: in Gruppen gerate, wo ich plötzlich das Gefühl bekomme, nicht hinzugehören. Das kann so plötzlich kommen, dass ich regelrecht erschrecke. Vor allem dann, wenn ich mir vorher sicher war, am richtigen Platz zu sein. Die -wie immer kurze und sehr prägnante Antwort ihrerseits: Ja ich weiss, du möchtest etwas Besonderes sein. Im ersten Moment wehrte sich alles in mir gegen diese Aussage. Ich wehrte ab: Nein, ich werde eben unsicher, habe Angst, am falschen Ort zu sein. Meine Mutter darauf: Aber du bist etwas Besonderes, einfach anders als die meisten Anderen. Mein Bauchgefühl sagte hier sofort JA. Bin ich etwas Besonderes? Eine große Versuchung, die ich bei mir genauso erfahren habe, ist die, sich seiner selbst plötzlich zu sicher zu sein. Die Grenze zwischen Größenwahn und tiefgreifenden Selbstzweifeln und Durchsetzungsschwäche ist bei Sonne-Neptun-Menschen, also auch bei mir, nicht klar auszumachen. Das führt bei mir oft dazu, dass ich mich einer Sache, einem Menschen, einem Ziel sehr schnell verschreibe, nur um dann, nach der logischen Enttäuschung, mir meiner selbst überhaupt nicht mehr trauen zu können. Wer bin ich eigentlich wirklich? Nach Phasen zu starker Anpassung kommt als Konsequenz die echte Sonne-Neptun-Lebenskrise. Das “Besondere” ist das im wörtliche Sinne “Ab-Sondernde” an einem Sonne-Neptun-Menschen. Ich erfahre das an mir selber: Ich suche die Zugehörigkeit in Systeme, Gruppen, Weltanschauungen dann verstärkt, wenn ich mich schwach und orientierungslos fühle, nur um dann erst recht ernüchtert und letzten Endes geschwächt zu werden durch die Erkenntnis, keine Zugehörigkeit zu finden. Die klassische Aussenseiterkonstellation? Möglich. Es ist eben notwendig, hier nicht zu werten: Es ist nicht gut oder schlecht, zum Beispiel in Gruppen, am Rand zu stehen. ich erinnere mich hier an Wolfgang Döbereiner, wenn er vom “outlaw” spricht: Immer wieder betont er, der Astrologe habe ein outlaw zu sein. Er ist nicht zugehörig. Aber gerade deshalb ist er frei, unabhängig, und kann ohne Bewertungen und Beurteilungen Deuten und Verstehen.  Ich erlaube mir, dass zu erweitern auf Menschen mit dominantem Neptun und Sonne-Neptun-Themen. Die Lösung ist die, nicht dazuzugehören, und gerade deshalb eigenständig und ohne Anpassungszwänge leben zu können. Ein kleines Stück weiter auf diesem Weg bin ich im vergangenen Jahr mit Sicherheit gekommen. Den gesamten Artikel lesen
  2. Zum Forum

    Bei mir ist es so, dass sich in letzter Zeit meine Prioritäten etwas verschoben haben. Ich kann und will nicht mehr so viel Zeit in Onlineaktiitäten investieren - es ist einfach zuviel Anderes in meinem Leben notwendig. Ich fände es allerdings auch sehr schade, wenn es das Forum nicht mehr geben würde, ich habe hier sehr viel gelernt in den letzten Jahren. Aber es ist schon richtig, besser gar kein Forum als ein schlechtes und schlecht geführtes. Ich bin halt momentan auch nicht so verfügbar, bei mir tun sich grad so viele Wege auf, die auch Zeit und Energie kosten. Ich wünsche euch auf jeen Fall ein gutes, erfülltes neues Jahr
  3. Ein Jahr ist es her, seit ich begonnen habe, Artikel zu schreiben – und in  meinem ersten Artikel der hier veröffentlicht wurde, habe ich meine Jahreskarte aus dem Tarot für 2011 beschrieben. Ein ganzes Jahr (unter dem Signum des Sterns aus dem Tarot) ist seither vergangen. Ich muss zugeben, ich habe mir dieses Jahr zu Beginn anders vorgestellt. Ich bin – im Nachhinein verstehe ich es so – mit viel zu vielen Vorstellungen und Plänen in das Jahr gegangen. Die Jahreskarte, der Stern, hat mich motiviert – eine sehr positive Karte. Sie steht für das Schöpfen aus den Quellen, die Erfüllung, das Finden zu sich selber. Dennoch: Im Grunde ist das auch so gewesen, auch wenn es sich nicht immer nur gut für mich angefühlt hat. Aber wer sagt denn, dass sich das Zurückfinden zu seinen wahren inneren Quellen, die Suche nach der eigenen Bestimmung, immer nur gut anfühlen muss? Bei allen Zweifeln und Unruhen und den Veränderungen, die sich in diesem vergangenen Jahr eingestellt haben, bin ich ein Riesenstück weiter bei mir selber angekommen. Also: Der Stern behält am Ende recht. Natürlich habe ich in der Neujahrsnacht wieder eine Karte gezogen. Besser gesagt, sogar zwei: Zuerst aus meinen Schatzkarten, die ich seit langem immer wieder mal zur Inspiration verwende. Hier kam die Ausdauer zu mir – hat mich (Krebs-AC. Wer ist da schon erfreut, wenn es um die Fähigkeit zur Ausdauer geht??) Die Schatzkarten von Brigitta Lipold Natürlich ist mir klar, dass das Ziehen dieser Karte für mich (gerade deshalb…) Sinn macht. Aus dem Tarot (aus dem ich zu diesem Zweck nur die Grossen Arkana verwende) habe ich Die Liebenden gezogen. Die Liebenden aus dem Rider-Waite-Tarot Diese Karte habe ich, aus vielen Legungen und Ziehungen, schon sehr oft gezogen. Ich mag diese Karte sehr gerne – sie erinnert mich auch an das Symbol meines Sonnenzeichens, die Zwillinge. Im Grunde geht es bei dieser Karte aber um das Thema der Entscheidung, genauer der Herzensentscheidung. Das heisst, eine Entscheidung, die aus klarem und vollem Herzen getroffen wird, und meinen Lebensweg insofern weiterbestimmt, als sie mich auf meinen eigenen, mir bestimmten Weg weiterbringt. Warum komme ich auf diese Deutung? Die Karte, auf der die oben dargestellte Version aus dem Rider-Waite-Tarot basiert, ist eine Darstellung, auf der ein junger Mann zu sehen ist. Er steht zwischen seiner Mutter und seiner zukünftigen Frau, er muss sich nun entscheiden (im Grunde ist natürlich klar, für wen er sich entscheiden wird. Zumindest wünschen wir ihm alle, er möge sich für die Geliebte und zukünftige Ehefrau entscheiden ). Die Entscheidung also, sich aus seiner Vergangenheit heraus, aus seiner Herkunft und seinen Wurzeln heraus den eigenen Weg weiterzugehen. Herauszuwachsen, ohne die Wurzeln abzutrennen. Die Liebenden im Tarot von Marseille In seinem Buch Tarot und die Reise des Helden beschreibt Hajo Banzhaf das Thema dieser Karte als den Moment der bewussten Entscheidung für den weiteren Lebensweg, den jeder Mensch auf seiner “Heldenreise” (in Anlehnung an zahlreiche mythische Beschreibungen, die bildhaft das Leben des Menschen als Heldenreise beschreiben, in der der Hauptakteur viele Aufgaben lösen muss, um zu seiner Bestimmung und Erfüllung zu gelangen) erlebt: Diese eindeutige Entscheidung aus freien Stücken und vollem Herzen gehört sicherlich zu den höchsten Glückserfahrungen auf dem Bewusstwerdungsweg. Die dazugehörige Beherztheit und Entschiedenheit ist nicht nur das Thema dieser Karte sondern auch Voraussetzung für jede Heldenreise, die ohne die Entscheidung, das Elternhaus zu verlassen, gar nicht stattfinden würde. Das Motiv der älteren Tarotkarte war in der Malerei beliebt, wo man es bezeichnenderweise als “die Entscheidung” oder “Scheideweg” nannte.   Der Scheideweg des Herakles, dargestellt von Hans Cranach (+1537) Auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, wird mir immer noch klarer, von Zeile zu Zeile, wie ich diese Beherztheit brauche. Dass ich an einer Weggabelung in meinem Leben angekommen bin, ist mir schon länger klar. Aber bisher fehlte mir oft der Mut und eben diese Beherztheit, mich klar für eine weitere Aufgabe und einen Weg zu entscheiden. Hier geht es nicht mal um das Richtig oder Falsch einer Entscheidung – sondern rein darum, ein Zuviel an Zweifeln ablegen zu können und mit Freude einen Weg einzuschlagen, egal ob ich jetzt weiss, wie er weitergeht, oder nicht. Möglicherweise kommt mir gerade hier die Ausdauer auch gerade recht. Ich war immer schon versucht, etwas gleich aufzugeben, wenn es sich nicht sofort vollkommen perfekt anfühlt. Vielleicht habe ich mir selber auf diese Weise viele wetrvolle Erfahrungen vorenthalten, die ich jetzt eben nachholen darf. Zusammengefasst: Die Jahreskarte, die ich zu Silvester für 2012 gezogen habe, entsprechen meinem Bauchgefühl, das sich seit einiger Zeit beimir eingestellt hat, gut: Die Zeiten des ewigen Zweifelns und Nachdenkens, die auch viele Artikel hier im Blog seit Monaten prägen, allem voran wenn es um meinen momentanen beruflichen Weg und meine Ziele geht,  dürfen sich jetzt mal verabschieden. Ist auch wirklich an der Zeit Die Karte, auf der die oben dargestellte Version aus dem Rider-Waite-Tarot basiert, ist eine Darstellung, auf der ein junger Mann zu sehen ist. Er steht zwischen seiner Mutter und seiner zukünftigen Frau, er muss sich nun entscheiden (im Grunde ist natürlich klar, für wen er sich entscheiden wird. Zumindest wünschen wir ihm alle, er möge sich für die Geliebte und zukünftige Ehefrau entscheiden ). Die Entscheidung also, sich aus seiner Vergangenheit heraus, aus seiner Herkunft und seinen Wurzeln heraus den eigenen Weg weiterzugehen. Herauszuwachsen, ohne die Wurzeln abzutrennen. Ausdauer Den gesamten Artikel lesen
  4. Darf ich vorstellen: Das ist meine Katze. Mein Kater, um genau zu sein: Mein Kater Columbus Es ist an der Zeit, ihm auch einmal ein paar Zeilen in meinem Blog zu widmen Zugegeben, das hat jetzt nix mit Astrologie zu tun (obwohl: interessant wäre, woher kommt meine Affinität zu Katzen? Krebs-AC? Mond in Haus 8? Pluto??). Mein Kater ist ja ansonsten eher von der Sorte “wildes Raubtier”, viel draußen, schleppt er auch mal Beute an, die halb so groß wie er selber ist. Aber gestern zeigte er sich mal von der kuscheligen Seite. Mittags, die Kleine war schon im Bett, die Große noch nicht von der Schule daheim, setzte ich mich aufs Sofa, und überlegte, was ich bis zum Kochen noch anpacken könnte. Da setzt sich der Kater zu mir – neben mir rollt er sich ein und schläft auch gleich. Spontan hab ich mich dann einfach zu ihm gelegt – ich muss sagen, die gemütlichsten und beschaulichsten fünfzehn Minuten des Tages. Ich muss wohl auch kurz eingeschlafen sein, und erwachte mit einem so entspannten Gefühl im Bauch – wunderbar. Es gibt eben viele Dinge, dich ich auch von meiner Katze noch lernen kann   Den gesamten Artikel lesen
  5. Zum besseren Verständnis für Nicht-Theologen: Die Septuaginta ist die griechische Übersetzung des Alten Testaments – hier ist die bekannte Textstelle in Jes 7,14 zu finden, die dann auf Maria und die Geburt ihres Sohnes Jesus bezogen wird: „Deshalb wird mein Herr selbst dir ein Zeichen senden: Siehe, die junge Frau wird schwanger und gebiert einen Sohn, und sie wird ihn Immanuel nennen.“ Die alma, also die “junge Frau”, wird zur “Jungfrau”.   Die berühmte Sixtinische Madonna von Raffael Und noch etwas: Maria, die mütterliche, junge, mädchenhafte Frau ist ein Bild, eines von vielen, die uns, gerade uns Frauen Vorbild wirken können. Natürlich gibt es noch mehr, und es ist bezeichnend, dass sich in der Kirchengeschichte dieses eine Bild von Maria so stark durchgesetzt hat. Die sich zurücknehmende, hörende, aufnehmende und empfangende Frau ist ein wunderbares Bild – aber es ist nicht das alleingültige Ideal einer Frau, wie es aber dennoch implizit immer wieder vermittelt worden ist. Maria selbst – die historische Maria abseits aller theologischen Spekulationen und Ausschmückungen – dürfen wir uns durchaus auch als sehr mutiges und unkonventionelles Mädchen vorstellen: Sicherlich hatte sie mit vielen Vorurteilen und Anfeindungen zu kämpfen. Man bedenke nur, zu diesen Zeiten, vor der Ehe schwanger – ein Skandal… Den gesamten Artikel lesen
  6. Das Evangelium vom gestrigen, vierten Adventsonntag, gehört zu den für mich absolut berührendsten Bibeltexten überhaupt. Ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber die Verkündigung an Maria durch den Engel Gabriel, sie werde bald schwanger und ein Kind zur Welt bringen, hat mich schon immer fasziniert. Verkündigungsszene, gemalt von Jean Poyer (+1503) Warum ist das so? Was ist und war Maria für eine Frau, dass sie Menschen auf der ganzen Welt immer wieder und immer noch so anspricht und fasziniert? Ich gehöre nicht zu der Sorte frommer MarienverehrerInnen, die geradezu fanatisch daran festhalten, Heilung sei nur in Lourdes oder Fatima oder an sonstigen Marienerscheinungsorten möglich. Ich glaube auch nicht an Maria wie an eine Gottheit. Ganz im Gegenteil: Das Faszinierende an Maria ist für mich ihre einfache, menschliche Art und ihre Empfänglichkeit für das Göttliche, im wörtlichen wie übertragenen Sinn. In der Bibelstelle, die ich gestern im Gottesdienst so genossen habe, wird erzählt, wie der Engel Gabriel Maria überrascht. Es wird gesagt, Maria sei eine Jungfrau (griech.  παρθένος , parthenos). Diese Bezeichnung ist irreführend und (leider) im Laufe der Kirchengeschichte oft im Zuge einer Ablehnung und Skepsis gegenüber Sexualität, gerade weiblicher Sexualität, im geschlechtlichen Sinne interpretiert worden. Möglich ist das gemacht worden durch die erste griechische Bibelübersetzung, entstanden in der Zeit zwischen 250 v. Chr. bis 100 n. Chr. im hellenistischen Judentum. Die Gelehrten übersetzten das hebräische Wort  עלמה (alma, „junge Frau“ von Heiratsreife bis zur Geburt ihres ersten Kindes) nur dieses eine Mal mit παρθένος (parthenos) und ließen damit die Deutung „Jungfrau“ zu.  Wir dürfen uns unter der Person Maria in dier Bibelstelle also ein circa dreizehnjähriges Mädchen vorstellen. Vielleicht etwas älter, aber nicht um vieles; Mädchen wurden zu dieser Zeit früh verheiratet. Auch die Maria aus dem Lukasevangelium: Sie ist bereits verlobt, mit dem Zimmermann Josef. Die Ankündigung des Engels kann sie zuerst nicht verstehen. Eine Schwangerschaft? Vor der Ehe? Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Im Übrigen eine wirklich schöne Bezeichnung, mit einem Mann zu schlafen, wie ich finde. Die Antwort des Engels lässt sich in etwa darauf komprimieren: Für Gott ist nichts unmöglich. Maria nimmt die Ankündigung an mit den Worten: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe wie du gesagt. Verkündigung, dargestellt von Fra Angelico (+1455) Ich verstehe dieses Geschehen immer gerne auch als Gleichnis, das sich an jeden Menschen, bis heute, richtet. Denn was geschieht hier? Maria hört die Stimme des Engels – also eines Boten, der von Gott kündet – vielleicht auch eine Stimme in ihr, in ihrem Herzen, die ihr eine besondere Aufgabe ankündigt. Eine Aufgabe, die nur ihr zugeteilt ist. Ihr ganz persönlicher Lebensweg. Sie muss sie nur annehmen, sich dafür entscheiden. Ja sagen. Das ist die Eigenschaft, die Maria voll und ganz verkörpert – das Annehmen ihrer Bestimmung. Diese wird in ihr Gestalt gewinnen und geboren werden. Eine Frage, die ich mir schon öfter gestellt habe, ist die, inwieweit diese Eigenschaften mit denen des Mondprinzips in der Astrologie zu tun haben. Schon immer wird Maria im Laufe der Geschichte thronend auf einer Mondsichel dargestellt. Sehr bekannte Mariendarstellung von Dürer Was würde dafür sprechen, Maria als eine “Mondfrau” zu bezeichnen, also sie in die Nähe der archetypischen Eigenschaften dieses Prinzips hinzuordnen? Maria ist eine junge Frau. Die junge Frau ist allein schon dem Mondprinzip zuzuordnen, siehe meine Gedanken zu den weiblichen Archetypen. Maria wird Mutter: die Schwangerschaft und Mutterschaft wird dem Mond und dem Krebs zugeordnet. Sie verkörpert die Eigenschaft des Sichöffnens und Empfangens: wieder eine Fähigkeit des Weiblichen, des Mondes. Dass ich selber Krebs-AC bin, würde erklären, warum ich diese Bibelstelle so ansprechend  finde: Hier ist doch die Lebensaufgabe die, zur Geburt zu kommen, seine mütterlichen Fähigkeiten zu entwickeln und einzusetzen, empfänglich zu sein auf allen Ebenen. So wie Maria vom Engel als “begnadet” angesprochen wird, gilt das im Grunde für uns alle. Jeder Mensch  ist begnadet, hat eine ganz bestimmte, ihm zugewiesene Aufgabe, er hat die Fähigkeiten dazu. Auch wenn er das zunächst einmal oft nicht versteht, nicht glauben und nicht annehmen kann. Gott ist ganz leise/willst du ihn hören/werde ganz still, wie Maria es war/vielleicht hörst du dann/die Botschaft des Engels:/du bist voll Gnade der Herr ist mit dir. Das ist der Text eines Kirchenliedes, das gestern gesungen wurde. Eine wunderschöne Zusammenfassung dessen, worum es hier geht.   Den gesamten Artikel lesen
  7. In der Nacht auf Sonntag, gestern am Morgen um genau zu sein, hatte ich einen wirklich schönen Traum. Dabei war der Inhalt des Traums gar nicht spektakulär (wie es ansonsten durchaus bei mir vorkommt) und es passierte auch nicht viel. Ich weiss nur ich wachte mit einem sehr schönen, angenehmen und entspannten Gefühl auf. Was bei mir gar nicht mal so oft passiert, ich hatte schon immer eine starke Neigung zu Alpträumen. In diesem Traum drehte sich alles um das Mutterthema, das kann ich im Nachhinein sicher sagen. Zunächst war ich in diesem Traum als Mutter. Als besorgte Mutter: Ich habe das Gefühl, meine Tochter wird krank, Verdacht Magen-Darm-Grippe. Sie  klagt bereits wie schlecht ihr ist, und schon erbricht sie sich, natürlich gleich auf den Boden. Irgendjemand kommt mir entgegen (ich weiss nicht mehr wer das war) und spricht mir beruhigend zu, ich soll mir keine Sorgen machen, dass ist doch nach einem Tag vorbei und sicher nichts Schlimmes. Ich mache mich gleich daran, alles aufzuwischen. Ich habe es eilig, denn ich habe noch vor, an diesem Abend mit meiner Mutter und meiner Großmutter auf einen Ball zu gehen. Ich mache mich bereit, ziehe mich um und mache mich hübsch. An dem Gebäude in dem der Ball stattfinden wird, treffe ich mit Mutter und Großmutter zusammen, die Stimmung ist erwartungsvoll, dennoch zutiefst friedlich. Ich feue mich einfach nur auf die Nacht. Im Gehen blicke ich in einen Spiegel, in dem ich kurz einen Blick auf mich erhasche. Spontan denke ich: Ich sehe wirklich schön aus. Mit einem glücklichen Gefühl wache ich an dieser Stelle auf. Ich kann gar nicht sagen, wann ich das letzte Mal geträumt habe, und mit einem so guten Gefühl aufgewacht bin… Das Horoskop hat zunächst mal einen Schütze-AC, auch die Sonne steht im Zeichen Schütze. Beim Schützethema sagt man so schön: Es fügt sich etwas. Da tut sich etwas zusammen (im Gegensatz zum Zwilling der gegenübersteht, der zerlegt, analysiert…), eine Synthese entsteht, ein Überblick über das Geschehen. Nicht umsonst wird als analoges Tier der Adler diesem Zeichen zugeordnet. Tierkreiszeichen Schütze Herrscher des AC, Jupiter, wandert gerade von Haus fünf nach Haus vier, was mich nicht erstaunt. Mit Haus vier verbinde ich ja gerade das Thema Familie, Herkunft, und dieses Haus steht auch in enger Verbindung mit dem Mütterlichen. Also wird in diesem Bereich etwas zusammen-gefügt, hier entsteht ein Bild. Nicht ein Bild im plutonischen Sinn (als unveränderliches Vorstellungsbild), sondern eine Zusammenschau, eine An-Schauung. Jupiter wird in der klassischen Astrologie immer als Glücksplanet bezeichnet – ich kann es gerade in diesem Zusammenhang, mit meinem Traum und dem Horoskop nämlich, verstehen. Verstehen ist ein gutes Stichwort: Das Fügen und Anschauen des Schütze hat auch viel mit dem Thema Verstehen und Begreifen zu tun. Das Begreifen einer Sache kommt mit dem Zusammenfügen und der Zusammenschau des Ganzen, nicht in der Zerlegung in seine Einzelteile. Genau an diesem Punkt ensteht übrigens das typische Vorurteil gegenüber eines Schützen, dieser sei besserwisserisch und überheblich. Natürlich liegt hier ein Körnchen Wahrheit: Der Schütze strebt prinzipiell nach Mehr und immer Mehr – egal ob es sich bei dem Schützen um einen Uniprofessor oder eine Verkäuferin beim Spar handelt. Im Zeichen Schütze und in Haus eins steht die Sonne: Es kommt etwas zur Erscheinung (Haus eins). Man könnte sagen: Genau dieses Bild des Mütterlichen, des Herkunftsthemas (Jupiter in vier), kommt in die Erscheinung, wird real. Denn die Sonne verwirklicht das, was das Thema des AC und des AC-Herrschers vorgibt. Vollmond war nicht mehr ganz, aber immer noch gilt die Sonne-Mond-Opposition. Etwas gesellt sich also hier noch dazu zu diesem schönen Schütze-Gemälde: Es ist ein Mond, genauer ein Mond- Uranus, denn Uranus steht im Quadrat. Mond -Uranus verbinde ich mit der Lösung vom Mütterlichen. Uranus ist der Himmel, das Befreien, auch und diesem Fall umso mehr die Befreiung von den familiären, mütterlichen Verstrickungen. Unter einer derartigen Befreiung verstehe ich nicht etwa die Ablehnung der Mutter/des Mütterlichen/der eigenen Mutterrolle (etwa der Wunsch keine eigenen Kinder zu bekommen) – obwohl das gerade bei Frauen mit Mond-Uranus oft auch der Fall sein kann. Was diese Konstellation an Aufgaben bereithält, hat eher mit dem Sich unabhängig machen von diesen Strukturen. Gerade darin kann dann auch die Möglichkeit einer ganz neuen, anderen Nähe und einem ganz neuen Verständnis führen. In diesem Fall  das Verständnis und die Nähe zur Mutter, in meinem Traum die ganze mütterliche Linie gar, denn auch die Großmutter ist da. Und die Situation ist dennoch entspannt – was in der Realität bei gleichzeitiger Anwesenheit meiner Mutter und Großmutter eher selten der Fall ist. Ich denke, diese gelöste, von allen krankmachenden Abhängigkeiten befreite Beziehung zur eigenen Herkunft (für mich als Frau ist natürlich die mütterliche Linie von besonderer Bedeutung) ist das, was ich in diesem Traum erahnt und gespürt habe. Das gilt auch für meine Beziehung zu meinen Töchtern: auch die vierte Generation ist im Traum präsent, wenn auch nur am Rande.   Den gesamten Artikel lesen
  8. Heute mal eine Filmempfehlung “Die letzten Glühwürmchen” ist einer der traurigsten, aber auch schönsten Filme die ich gesehen habe. Letzte Woche habe ich mir den Film mit meinem Freund angesehen, nachdem wir uns dieses japanische Werk von Isao Takahata schon länger vorgenommen hatten. Es ist ein Film aus dem Studio Ghibli (aus deren Produktionen ich einige nur empfehlen kann, vor allem die Filme von Hayao Miyazaki, die ich bereits gesehen habe). In der Geschichte dieses Films geht es um zwei Kinder, die am Ende des zweiten Weltkriegs in Japan um das Überleben kämpfen. Es ist ein Antikriegsfilm, der aber nicht so sehr die geschichtlichen Hintergründe und den Krieg an sich, sondern viel mehr das Schicksal zweier Einzelner, in diesem Fall den Jungen Seita und seine kleine Schwester Setsuko. Am Anfang des Films wird das Ende bereits vorweggenommen: Der Junge Seita stirbt ausgehungert und ungeachtet von allen Passanten an einem Bahnhof. Dann wird die Geschichte von Anfang an erzählt: Die beiden Kinder verlieren ihre Mutter bei einem Bombenangriff und kommen erst bei einer Tante in der Stadt unter. Diese behandelt sie schlecht, und macht dem Jungen Vorwürfe, da er sich nicht am Krieg beteiligen möchte. Sie behandelt ihn, als sei er ein Schmarotzer und Nichtsnutz, weil er nicht kämpft, wie sein Vater. Seita hingegen macht es sich zur Aufgabe, sich um seine vierjährige Schwester zu kümmern, und ihr den Verlust der Mutter so zu erleichtern. Nach einer Zeit verlassen sie die Tante, die ihnen nun nicht mal mehr zu essen gibt, und versorgen sich in einem verlassenen Bunker vor der Stadt selbst. Was folgt, ist ein aussichtsloser Kampf gegen Hunger, Kälte und Unverstandensein. Als Seita auch noch zufällig erfährt, dass  sein Vater im Krieg gestorben ist, verlässt ihn endgültig der Mut.   Ich würde auf jeden Fall empfehlen, Taschentücher bereitzuhalten, bei mir sind die Tränen nur so geflossen. Ein wirklich aufrührender Film.     Den gesamten Artikel lesen
  9. Ich hab mir ja schon öfter gedacht, das meine Träume ab und zu absolut besten Filmstoff für richtige Horrorschocker wären – die letzte Nacht hat das wieder mal bestätigt. Generell war die letzte Nacht unruhig, auch meine Kinder sind nicht eingeschlafen, beziehungsweise nachts stuundenlang wach. Anstrengend…Als ich dann(endlich) auch mal einschlafen durfte, hatte ich diesen Traum: Ich befinde mich in einer Stadt, die ich jetzt einfach als Salzburg indentifiziere – vieles der Bilder im Traum erinnert mich an diese Stadt, in der ich doch fast sieben Jahre lang gewohnt habe. In der Stadt geht ein Mörder um, und ich bin ihm auf der Spur. Immer wieder komme ich “zufällig” dazu, wenn die Anschläge passieren, und kann diese beobachten.  Es handelt sich um einen geheimnisvollen “Messermörder”, der auf fast magische Art und Weise Messer, eigentlich nur Klingen, fliegen lässt, und die Menschen so angreift. Nicht alle sterben dabei, einige werden nur verstümmelt, was auch nicht besser ist. Ich sehe zum Beispiel, als ich gerade an einem Schaufenster stehe, wie die geheimnisvollen Klingen plötzlich aus der Erde rausfliegen und einem Mann die Zehen abschneiden. Es ist echt ekelhaft. Ich habe das Gefühl, ich muss die Menschen warnen. Ich renne panisch durch die Stadt, kann aber nichts bewirken. In einem Szenenwechsel befinde ich mich dann doch auf einmal im Haus des Mörders – ich habe ihn also doch gefunden. Zu meinem Erschrecken sind es aber zwei Männer, die dahinter stecken.  Eines meiner Kinder, ich glaube die Kleine, ist auch da, und einer der Männer droht mir an, sie zu vergewaltigen. Ich fühle mich machtlos angesichts der Übermacht dieser beiden über mich. Wieder Szenenwechsel: Ich bin in einer Sporthalle und warte auf meinen Liebhaber, ein alter Mann. Während ich auf ihn warte, überlege ich mnir, warum ich denn überhaupt auf diesen Mann warte. Er ist doch viel zu alt für mich. Warum habe ich mich da überhaupt reinziehen lassen? Was mache ich hier überhaupt?? So in meinen Gedanken beschließe ich, einfach zu gehen. Ich gehe in den Nebenraum, auch eine Art Turnhalle, und tanze oder trainiere dort irgendwas, ich weiß nicht mehr genau was. Im Aufwachen höre ich, wie mein Freund neben mir im Schlaf meinen Namen sagt und dann auch noch leise aufschreit, so als hätte er auch gerade einen schlimmen Traum. Heute Mittag dann erzählte er mir auch, er hätte schlecht geträumt, kann sich aber nicht mehr erinnern, was es genau war. Nun bin ich schon neugierig gewesen, was die aktuellen Konstellationen, vor allem die der letzten Nacht, da an Deutung oder Orientierung geben können. Hier die Radix der Nacht, erstellt auf drei Uhr morgens: Um was geht es also in dieser Nacht? Der Aszendent steht im Zeichen Waage. Beziehungsthema, würde ich da spontan assoziieren. Beziehung im Sinne von Partnerschaft, aber auch alle anderen Beziehungen, die ich zu anderen Menschen habe. Welcher Art, wie äußert sich das? Herrscherin Venus steht in Haus drei, im Zeichen Steinbock. Es ist eine Venus, die Sicherheit und Beständigkeit sucht, eine, die Beziehungen festigen möchte, eine Venus, die keine Arbeit und Mühen scheut, wenn es um Beziehung geht. In Haus drei wird dieses Thema nach außen hin gezeigt, artikuliert und ausgedrückt. Herrscher des Steinbock, Saturn, ist in Haus eins: das Erscheinen dieses Themas (der Beziehung) ist maß-geblich, Ordnung und Sicherheit repräsentierend. Strenge im Erscheinungsbild. Als Menschen mit dieser Konstellation gedacht, stelle ich mir da vor, der kommt immer mit “erhobenem Zeigefinger” daher. Alles muß wohlgeordnet vor sich gehen – das ist immerhin auch das Waagethema, da verstehen sich die beiden Zeichen wunderbar. Schön, ordentlich, harmonisch muß es sein. Keine Fehler. So – das wäre alles ganz wunderbar, wären da nicht noch Pluto, Mars und Mond, die da auch ein Wörtchen mitzureden haben: Im Horoskop steht Pluto bei der Venus, Mond im Quadrat dazu im Zeichen Widder, und Mars aus Haus elf im Zeichen Jungfrau, der als Sonne-Mars das Handeln und die Vorgehensweise des Trauminhalts bestimmt. Die Gefühlswelt in diesem Traum, die hinter der schönen Fassade (möglicherweise auch deswegen die Stadt Salzburg: schöne Fassade, depressiver Inhalt…) die Situation und das Geschehen prägt, ist aufgewühlt, chaotisch und leidenschaftlich. Es ist mitunter auch viel Zorn, der hier wirkt (Mond in Widder, Mond-Pluto in Kombination mit Mars-Sonne). Woher kommt der Zorn? Einerseits aus dem sechsten Haus, aus dem Bereich der Anpassung und Ausrichtung auf die in der Umwelt vorhandenen Bedingungen (Stellung des Mondes). Die Empfindungen wollen sich nicht anpassen, wollen auch die Sicherheit, die die Venus so gerne haben möchte, nicht. Andererseits kommt er Zorn aus dem elften Haus, aus dem Ungreifbaren, Schöpferischen, aus dem Himmel. Dort wo eigentlich die Vögel frei fliegen sollten, ist wieder das Zeichen Jungfrau, analog zum sechsten Haus, bestimmend. Also wieder: Anpassung, Vernunft, Ausrichtung auf das, was von aussen vorgegeben wird. Gerade einen Tag vorher hatte ich ein – für mich schon aufwühlendes – Gespräch mit meinem Liebsten, und zwar über unsere momentane finanzielle Situation, und unsere Zukunft. Ganz salopp gesagt: Jede Jungfrau (mein Freund gehört auch dazu) kann sich bei meiner Einstellung zu Geld und Zukunftsplanung eigentlich nur mehr die Haare raufen. Ich habe kein Einkommen und fange eine (für mich durchaus sehr teure) Ausbildung an. Konkrete Ziele, damit verbunden, kann ich nicht vorweisen, nur Interesse, Neugierde, Freude an der Sache. Äußerst zweifelhaft für mich auch die Möglichkeit, meine “alte” Arbeit, die ich vor der Karenz gemacht habe, in naher Zukunft, aber auch irgendwann später wieder aufzugreifen. Im Grunde genau das Dilemma, das die Konstellationen der vergangenen Nacht aufzeigen. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass die Schreckensbilder meines Traums eine Verarbeitung genau dieses Themas darstellen. Freiheit und Leidenschaft versus Vernunft und Ökonomie. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Geliebtsein gegenüber der Verausgabung, des Energieüberschusses, der, nicht ausgelebt, zum Zorn wird, auch gegen sich selber. Ich denke, dass in vielen (Alp-)Träumen Personen abgespaltene oder unerwünschte Seiten des Träumenden darstellen. Gerade in Alpträumen sind es die unerwünschten Seiten an mir, die mir dann als Mörder und Schreckensbilder entgegentreten. Etwas, das für eine Seite an mir unerwünscht ist, aber dennoch  leben möchte, wird zum Schreckgespenst. Passe ich mich zu sehr an, werde zu vernünftig, zu sehr fokussiert auf “Fassadendenken” (Was denken die Anderen/Familie/Nachbarn/Freunde/Kirche/Was oder wer auch immer dazu? Und wie kann ich mich verhalten, dass mein Leben immer für alle diese genannten stimmt und angenommen wird? Logisch, geht nicht.)) dann wird der Mond zum zornigen Widdermond, und Mars – eigentlich meine Durchsetzungskraft, meine Energie, mein Eroberungsdrang – wendet sich gegen mich, anstatt für mich da  zu sein. Das Verdrängte fühlt sich übermächtig an, Mars wird im Traum zum unkontrollierbaren Aggressor, der nur mehr gegen das Leben (auch in Gestalt des Kindes, das frische, neue Leben) arbeitet. Es sind die Jungfrauthemen im Traumhoroskop und der Mond in Haus sechs, die das ausdrücken. In meinem Geburtshoroskop stehen Neptun und Uranus in Haus sechs, die mir sagen: Passe dich nicht zu sehr deiner Umwelt an, werde eigenständig, unabhängig. Was bleibt, als sich einfach vertrauensvoll hineinzustürzen? Ich kann es meinem Freund (wohlgemerkt: Steinbocksonne, Jungfrauaszendent!) gar nicht hoch genug anrechnen, wenn er mich – so die Konsequenz unseres Gesprächs – in allem was ich tun möchte, unterstützen wird.   Den gesamten Artikel lesen
  10. Ist schon eine Weile her, als ich einen Artikel zu den – meiner Erfahrung nach drei wichtigsten – weiblichen Archetypen schrieb. Ich bin eine Frau- vielleicht gerade deshalb auch wichtig, sich einmal gedanklich an das Thema männlicher Bilder und Ur-Bilder heranzutasten. Man ist geneigt, hier als erstes an Mars zu denken. (Wohl weil der Gott des Krieges und der sich energisch durchsetzenden “Männlichkeit” einfach aufdringlicher ist als das ruhig strahlende Zentralgestirn…) Warum aber nicht bei der Sonne anfangen? Sonne. Der Väterliche und Heldenhafte Die Sonne im Horoskop, aber auch als Archetyp für sich betrachtet, steht für das Ich, das Selbst und seine Entfaltungsmöglichkeiten, Stichwort: Selbstausdruck. Es geht nach aussen, das steckt im Begriff bereits drinnen, hier geht es um E-Motionen, dem Wort nach einer Bewegung von Innen nach Aussen. Ganz anders beim Archetyp des Mondes, dem weiblich-mütterlichen Prinzip: hier ist es nicht die Emotion, sondern die Empfindung, die leitet, wörtlich das In-sich-finden. Im individuellen Geburtshoroskop steht die Sonne immer auch für den eigenen Vater und, wichtiger noch: das daraus sich entwickelnde Vaterbild, das meine männliche Identität (vorausgesetzt ich bin ein Mann;-)) und meine Vorstellungen von Väterlichkeit prägt. Das alles weitergedacht, würde auch ergeben, dass der eigene Vater – oder besser das Bild, das ich von ihm habe, meine spezifische Art und Weise, ihn als Vater wahrzunehmen – meinen Selbstausdruck und meinen Verhaltensmodus tendenziell mehr mitbestimmt als das Mutterbild (kleine Anmerkung am Rande: auch die eigene Mutter kann die Rolle eines Vaterbildes übernehmen, alles ist möglich. Aber natürlich ist auch beispielsweise die Nichtanwesenheit eines Vaters ein Vaterbild, das mich prägt, nämlich das des nichtpräsenten Vaters, ergibt dann das “schwache Vaterbild”) Sonnengott Helios Das Sonnenprinzip will vor allem eins: Nach Aussen gehen, in die Aktion. So ist das Sonnenzeichen  (das Zeichen, in dem die Sonne bei der Geburt steht) auch die Qualität, die unser Verhalten und unser bewusstes Handeln bestimmt. Alles zielt auf die Bewusstheit hin: hier sind es nicht Gefühle, die irgendwo im Innern mein Handeln vielleicht unbewusst mitleiten – wie beim Mondprinzip – sondern hier streben die Gefühle nach Ausdruck. So wie das Herz im menschlichen Körper, das astrologisch auch dem Sonnen/Löweprinzip zugeordnet wird, ist die Sonne der “Motor”, der das Leben in Gang hält, Bewegung bringt, sich selbst ausdrückt. Man kann sagen, der Mond ist die Schwangerschaft, die Sonne ist die Geburt und das Ins-Leben-Kommen. Die Schattenseiten des Prinzips sind demnach alles was mit Übersteigerung, Selbsterhöhung und Manie zu tun hat. Das Ego wird über alles Andere gestellt – eine Pervertierung des alten “Heldenmythos” kann entstehen. Der Koloss von Rhodos: Eine Gabe an den Sonnengott und Ausdruck einer übersteigerten Männlichkeit... Wenn die Sonne ein Mann wäre, würde ich ihn mir als sehr charismatischen, in seinem ganzen Ausdruck strahlenden Menschen vorstellen. Er ist groß und athletisch gebaut, er hat leuchtende, blonde Haare, nicht zuwenig, eher von der Art “Löwenmähne”. Er bewegt sich raubtierhaft, elegant, strebt immer in die Mitte und ins Zentrum, um gesehen (und bewundert) zu werden. Alle Augen richten sich fast automatisch auf ihn. Mars. Der Kriegerische, der Eroberer Mars ist das Urbild des schlechthin “Männlichen” geworden – überall wird er in Abgrenzung zu Venus, dem typisch Weiblichen gesehen. Im Horoskop steht Mars bei Männern und Frauen für die Durchsetzungsfähigkeit, Energiepotential, aber auch für das Triebhafte und die Sexualität. Er ist weniger Vaterbild als das Bild des jungen, fast noch eher pubertären Burschen, der seine männlichen Energien (noch) nicht unter Kontrolle hält. Alles, was an männlichen Energien da ist, wird zur Schau gestellt (sehr gut zu beobachten an 15-16jährigen Burschen in Gegenwart gleichaltriger Mädchen…). Im individuellen Geburtshoroskop steht Mars für die eigene Durchsetzung, für die Sexualität, bei Frauen für das Männerbild, das wir anziehen. Mars im Horoskop zeigt mir auch , wie ich (egal ob ich Mann oder Frau bin) meine männliche Seite lebe. Mars als Gott des Krieges und Herrscher der Zeichen Widder und Skorpion So stelle ich mir Mars, wäre er ein Mensch, auch noch nicht erwachsen vor – im Gegensatz zur Sonne, die zwar noch nicht alt, aber auch nicht mehr der jüngste Mann ist. Mars ist der jugendliche Mann, der seine männlichen Energien noch nicht kultiviert hat, alles ist noch roh und ungeschliffen. Er ist von gedrungener Gestalt, und sehr kräftig. Möglicherweise gehört er auch zur Sorte Bodybuilder – er spürt und sieht gerne seine körperliche Kraft. Er hat kurzes Haar, fast militärisch kurz, und seine Frisur erinnert eher an Stacheln als an Haare. Ja, diesen Männertyp gibt es wirklich, und immer sind es sehr widderbetonte Männer, die so oder ähnlich aussehen… Chiron. Der verletzte Mann, der Heiler Eine interessante Tatsache ist die, dass im 20. Jahrhundert einige völlig vergessene Urbilder auch in der Astrologie wiederentdeckt wurden. Pluto wird entdeckt und zum Herrscher des Zeichens Skorpion; der Lilithmythos wird ausgegraben, und Chiron, eigentlich kein Planet, sondern ein Asteroid, wird entdeckt und in das astrologische Denken integriert.  Aber ganz egal, ob im astronomischen Sinn Planet oder nicht (die Streitfrage hat es ja auch bei Pluto gegeben): im Grunde geht es darum, was uns das sagen will, wenn plötzlich mit der Entdeckung etwas Neuem in der Welt (oder am Himmel) auch etwas Neues ins Bewusstsein der Menschen treten möchte. Der weise Chiron lehrt den jungen Achill Ich finde es auf jeden Fall spannend, dass nach Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden der Vorherrschaft des Männlichen als des Sichdurchsetzenden (Mars) und im Zentrum Stehenden im Sinne patriarchaler Strukturen (Sonne) nun ein neues Männerbild auftaucht: Chiron, der verletzte Heiler. Chiron ist im Mythos ein Kentaur, der durch einen vergifteten Pfeil so schwer verletzt wird, dass er freiwillig auf seine Unsterblichkeit verzichtet, um die Qualen nicht mehr erdulden zu müssen – er zeigt seine Schwäche. Er gilt- vielleicht gerade deshalb -  als der weiseste aller Kentauren und ist ein Arzt und Heilkundiger. Was möchte uns das männliche Urbild des Chiron sagen? Chiron ist in unserem Geburtshoroskop der Ort, an dem unsere ganz persönliche Wunde sitzt, die Verletzungen, die unser Leben – auch – prägen. Gleichzeitig ist es auch der Ort, an dem die Möglichket wohnt, heil zu werden und sich weiterzuentwickeln – logisch, wo die Verwundung ist, kann Heilung geschehen. Wäre Chiron ein Mann, so würde ich ihn mir etwas älter vorstellen. Er sieht vielleicht zerbrechlich aus, möglicherweise auch vom Leben gezeichnet – aber er strahlt eine große Stärke und Weisheit aus. Er hat weisses Haar. Er kann sich zurücknehmen und will nicht im Zentrum stehen – aber vielleicht gerade deshalb zieht er auch die Aufmerksamkeit auf sich, Menschen suchen bei ihm Rat und Heilung. Die Jahre seines Eroberungsdranges und seines Geltungsdranges hat er hinter sich gelassen, er braucht das nicht mehr, um sich stark zu fühlen. Seine Stärke bezieht er aus seinen Lebenserfahrungen und gerade auch aus seinen Verletzungen, Schwächen und Krisen, die er erlebt hat. Die Kentauren stehen ja ursprünglich für das auf sehr triebhafte Männliche, das roh und aggressiv auf jede Möglichkeit seines Auslebens wartet. In Chiron wird dieses Bild von Männlichkeit (das es heute wie damals gibt, keine Frage) verwandelt, die männliche Energie wird heilsam. Immer wenn männliche Energie zerstörerisch wird, und alles Andere beherrschen möchte, muss wieder eine andere Seite auftauchen, die reguliert. Möglicherweise ist es an der Zeit, diese “andere Seite” des Männlichen wieder mehr zuzulassen – das lege ich jetzt nicht nur Männern ans Herz, sondern auch Frauen, die dieses Urbild ja auch in sich tragen.             Den gesamten Artikel lesen
  11. Ich gebe es gerne  zu: Advent und Weihnachten ist für mich immer noch eine besonders schöne, berührende Zeit, das hat sich seit meiner Kindheit nicht verändert. Gestern, am ersten Adventsonntag im Gottesdienst, war das Thema der Lesungen – so wie ich es verstanden habe – das Achtsamsein, das Wachbleiben und Warten. Der Prophet Jesaja In der alttestamentlichen Lesung sind es die Worte Jesajas, die zu Gott hin flehen: „Reiß doch den Himmel auf und komm herab…“ Alles sehnt sich danach, nach diesem Ankommen. Aber noch heißt es: Warten. Natürlich – den ganzen Advent geht es schließlich darum, achtsam zu sein und warten zu können auf die Ankunft Gottes in Gestalt des Kindes in der Krippe. Aber ich verbinde dieses Wachsein und Warten noch mit etwas Anderem, Persönlicherem. Es ist das Ankommen (lat. Adventus=Ankunft) bei und in mir selbst, das sich immer wieder für mich mit dem Advent verbindet und ihn deshalb auch immer wieder so spannend und berührend für mich macht. In der finstersten Zeit des Jahres wird das Licht ersehnt: Der Himmel reisst auf.  Natürlich ist das nichts Neues – ich befinde mich da auch in christlicher Tradition. Vor allem in mystischen Strömungen hat es diesen Gedanken immer wieder gegeben, dass die Geburt Gottes nicht etwas ist, das irgendwann irgendwo und irgendwie geschehen ist, sondern immer wieder in mir selbst zum Ereignis werden will. Dass die Geburt dieses Kindes immer auch Gleichnis werden kann für etwas, das in mir geschieht und mich verändert. Das, was in mir geschehen will und wozu mich die Themen im Advent jedes Jahr wieder erinnern, ist  das Hineinhören in mich selbst, das Hinhören und genaue Achten darauf, was wirklich in mir alles geboren werden will. Wenn man so will, auch das, was Gott in mich hineingelegt hat und durch mich geboren haben möchte. Vielleicht ist das auch das, was wir Bestimmung oder Schicksal nennen. Dieses Warten, das wir im Advent zelebrieren ist daher auch alles andere als eine passive Zeit, in der wir einfach nur nichts tun. Es ist eine aktive  Vorbereitung. Das spürt man dann natürlich auch – oft in ungesunder Form – in der Hektik und im Stress  der Vorbereitungen für ein Fest, mit dem immer noch so viele Sehnsüchte und Bedürfnisse nach Glück, Frieden und Ankommen verbunden sind  wie eh und je. Wenn auch oft nicht bewusst. Die idealen Voraussetzungen für die so häufige depressive Verstimmung in der Weihnachtszeit, die Enttäuschung über ein Fest, das zu einer leeren Hülle für etwas wird, das wir selbst gar nicht mehr benennen können. Und die Sehnsucht bleibt. Das aktive Warten ist genau dieses Hinhören und Wahrnehmen all dessen, was in mir – möglicherweise schon lange – wächst, Raum  und Ausdruck sucht, geboren werden möchte. Die Zeit des Winters ist ihrer Natur nach dafür prädestiniert: Alles scheint zu schlafen, aber unter dieser Schicht der Finsternis, der Kälte und der Stille warten bereits alle Keime, nach oben sprießen zu dürfen. Immer schon spüren die Menschen die Qualität dieser Zeit und werden stiller, zünden Kerzen an, lassen die Dinge wachsen. Möglicherweise fatal, dass genau das in heutiger Zeit nicht mehr so leicht möglich ist: Der Winter und die natürliche Dunkelheit sind kein Hindernis mehr für Arbeit, Stress, Unruhe und die allgegenwärtige Prämisse der ununterbrochenen Leistungsfähigkeit und einer einseitigen, wenn nicht gar falschen Sicht von „Produktivität“. Ein Gebet im Biblischen Sonntagsblatt zum Evangelium, dass in der Kirche in Kefermarkt ausgeteilt wurde, hat mich und mein Verständnis von Advent und Weihnacht daher sofort angesprochen: ich werde ganz still vor dir ich höre in mich hinein denn ich weiß dass du mit mir redest doch dann kommt mit der stille die angst denn mit deiner stimme kommt auch das durcheinander herr ich höre dinge in mir die nicht von dir sind aber GOTT da hinein kommt meine angst denn oft weiß ich nicht was nun wirklich von dir ist und welchen stimmen ich nicht trauen soll ich möchte deinen willen tun mach mich fähig zu unterscheiden (Ulrich Schaffer) Den gesamten Artikel lesen
  12. Ich hab den Saturn auch in Haus 5, sowohl im Geburtshoroskop als auch zur Zeit als TRansit. In dieser zeit habe ich auch mein zweites Kind bekommen, also der Saturn ist kein Hindernis, oder muss es nicht sein. Ich hatte auch immer einen längerfristigen Mondtransit oder Auslösung, als ich schwanger wurde, das würde ich auch noch mniteinbeziehen.
  13. Hallo, jetzt auch von mir aus mal abgesehen vonm aller Astrologie: Ich erlebe dich schon als SEHR verkrampft in dieser Thematik, nur durch dein Geschriebenes. Du kommst mir etwas verbissen, fast schon besessen in deiner Vorgehensweise vor. Was natürlich zur Plutothematik dann schon wieder passt. Bei jedem Plutotransit geht es darum, Vorstellungen loszulassen, die man sich von etwas gemacht hat. Bei Venus Pluto geht s dann um Vorstellungen einer Beziehung, einer bestimmten Frau. Und kein Geburtshoroskop ist einfach nur scheisse, jeder Mensch hat seine Herausforderungen, seine Schwachpunkte, seine Chancen, das ist bei jedem Menschen so! Du hast sicher kein "schlechteres" Horoskop als Andere. Bei solchen Aussagen denke ich schon auch wieder, dass Astrologie was ganz schön Gefährliches sein kann, wenn man gerade nicht gefestigt ist oder unter Plutos Einfluss steht. Also mein erster Rat: Entspanne dich und deine Gedanken Lg Julia
  14. Vergangene Beziehungen Im Traum

    Wenn ich von einer vergangenen Beziehung träume, dann hat das meinem Gefühl nach schon mit einer Art "Seelenverbindung" zu tun - aber nicht unbedingt im positiven Sinn. Irgendjemand schamanisch Interessierter hat mir mal gesagt, dass man einen Teil seiner Seele bei einem Menschen hinterlässt, dem man nahe gestanden hat. Ist der dann einTeil der Vergangenheit (wenn er stirbt oder die Beziehung aus ist) dann ist ein Teil meiner Seele bei ihm, was für meine Seele ja nicht unbedingt gesund ist. Sie ist ja unvollständig. Vom Gefühl her stimmt das für mich. Das ist dann verständlicher, wenn meine Seele sich den Teil immer wieder zurückholen will, zB auch in Träumen.
  15. Manchmal fühlt sich das Leben leicht an. Ich kann mich nicht erinnern, dass es die letzten Monate bei mir so war – das erschreckt mich fast ein bisschen. Ich erwische mich immer wieder dabei, meinen Gedanken (destruktiver Natur), Fragen, Entscheidungsproblemen, unausgesprochenen Erinnerungen und Träumen nachzuhängen, anstatt diese auszusprechen, zu teilen, sie so auch wieder loszulassen. Und zu verstehen natürlich: Verstehen und Begreifen ergibt sich immer erst im Austausch und im Anknüpfen an ein Gegenüber. So leicht das klingt, so schwer ist das für mich oft in die Realität umzusetzen. Ein Beispiel aus meiner jüngsten Vergangenheit: Schon seit Monaten begleiten mich unwillkürliche Erinnerungsbilder in Träumen und Tagträumen, in denen plötzlich Bilder aus meiner Vergangenheit, vor allem meiner letzten Beziehung und deren Ende, auftauchen. Gleichzeitig überwältigt mich dabei das Gefühl von Trauer, Schuldgefühl und Hilflosigkeit, und ich weine. Warum? Ich habe wochenlang darüber nachgedacht – ganz typisch für mich – anstatt mal wirklich darüber zu reden. Als ich dann einmal mit meiner Mutter beim Kaffee saß, erzählte ich ihr einfach davon. Ihr Kommentar: “Ja klar, du hast ja nie getrauert und nie geweint…” Wow. Einfach und klar auf den Punkt gebracht. Es stimmt. Ich habe eine Beziehung nach sieben Jahren beendet, mit einem kleinen Kind, habe ganz neu angefangen. Und ich habe nie geweint und nie getrauert. Ich habe mnich immer stark gefühlt, das alles irgendwie zu schaffen. Irgendetwas in mir hat wohl gespürt, das meine Mutter hier die richtige Ansprechperson war, denn sie hat ja auch meine vergangene Beziehung, die immerhin sieben Jahre dauerte und mir ein Kind geschenkt hat, hautnah miterlebt. Nur bei diesen Worten ist mir schon die Erleichterung gekommen  - jetzt wollte ich schon fast “Erleuchtung” schreiben . Es ist echt schlimm für einen Krebs-Aszendenten, den Zugang zu seinen Empfindungen über kurz oder lang abzuschneiden. Ich muss im Nachhinein einsehen, dass ich das viel zu oft schon gemacht habe. Sicher auch aus der Notwendigket des Alltags heraus: Wer kann sich schon in seiner Trauer über die gescheiterte Beziehung gehen lassen, zwischen einem zweijährigen Kind, der Suche nach einer neuen Wohnung,  und diversen Abendterminen, der Arbeit wegen? Nichtsdestotrotz hat mir das Ganze wieder gezeigt, wie wichtig und wie präsent dennoch mein Empfinden ist, und wie es doch immer wieder aufschreit und sichtbar werden möchte. Und wie gut es tut, diese Verbindung immer wieder aufrechtzuerhalten, allein dadurch, dass ich es artikuliere, und nicht verstecke (bis die Empfindungen sich wieder in destruktive Gedanken verwandeln und mich aus dem Hinterhalt niederstrecken möchten…). Wie es für mich – ich will das nicht verallgemeinern – gelingen kann, mit mehr Leichtigkeit zu leben, ist mir wieder einmal klar geworden: Ich höre auf mein Empfinden. Ich kann meine Empfindungen ausdrücken und klar aussprechen, definieren, artikulieren – damit letztlich auch deuten und verstehen. Ein entscheidener Schritt ist heute wieder gelungen: So banal das klingt, ich habe den Zeugen Jehovas, die schon lange immer wieder hartnäckig an meiner Türe läuten, endlich mal ganz klar gesagt, das ich das nicht will. Wie gesagt, klingt banal und einfach, aber das war es für mich nie. Ich habe grade Mars-Pluto, der machts möglich und lässt hin und wieder doch die Raubtierzähne hervorblitzen… Den gesamten Artikel lesen